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Südamerika

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Die südliche Hälfte des Kontinents Amerika dehnt sich von der Karibik bis hinunter zum Kap Hoorn aus. Reisenden wird es dort sicherlich nicht langweilig werden: Dieser Kontinent bietet Regenwald, die Anden, wunderbare Küsten, viele Überbleibsel der Kultur der Eingeborenen und Erinnerungen an die Zeit der Kolonialherrschaft. Wer sich vor einer Reise schon einmal auf Südamerika einstimmen möchte, kann neben der einschlägigen Reiseliteratur auch auf die weltbekannten Werke der chilenischen Schriftstellerin Isabel Allende, u.a. „Das Geisterhaus“, oder auf die Bücher des aus Kolumbien stammenden Gabriel José García Márquez, u.a. „100 Jahre Einsamkeit“ und „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ zurückgreifen. José Raúl Bernardo hat mit „Das Geheimnis der Stiere“ eine zu unrecht wenig bekannte, aber überaus innige und vor allem lesenswerte Liebeserklärung an seine ehemalige Heimat Kuba verfasst. Spätestens nach der Lektüre dieser Bücher wird der Wunsch, eine Reise nach Südamerika anzutreten, nicht mehr zu vergessen sein.

Der folgende Text liefert keine Details zu literarischen Werken, dafür aber jede Menge Informationen zum Kontinent und Tipps für Reisende.

Südamerika als Kontinent

In weiten Teilen des Landes wird Spanisch gesprochen. Auch Englisch- und Portugiesisch-Kenntnisse sind überaus nützlich. Der viertgrößte Kontinent der Erde bietet nahezu 400 Millionen Menschen ein zuhause und das auf knapp 18.000 Quadratkilometern. Wer sich nach Norden bewegt, erreicht Zentralamerika, die Karibik und Nordamerika. Die Landenge von Panama dient als Verbindungsglied. Im Osten dieses Kontinents liegt der Atlantik, im Westen der Pazifik. An der Südspitze liegt die Inselgruppe Feuerland, die durch die Magellanstraße, eine Meerenge mit vielen kleinen Inseln, vom kontinentalen Festland getrennt wird. Noch weiter im Süden, dort wo Atlantik und Pazifik sich vermischen, befindet sich Kap Hoorn, das nicht nur für Weltumsegler auch heute noch von großer Bedeutung ist. Aus der Luft gesehen sieht das Kap, auch „land’s end“ genannt, lediglich wie eine weitere Felsenklippe aus. Seine wahre Bedeutung kann man nur ermessen, wenn man sich ein wenig mit der Seefahrt beschäftigt. Sehr viel weiter südlich folgt dann nach dem Kap Hoorn irgendwann die Antarktis. Touren vom Kap zur Antarktis sind möglich.

Regionale Highlights in Südamerika

Jeder Bereich Südamerikas hat für den Besucher interessante Sehenswürdigkeiten, die sich als Station für lohnende Touren eignen, zu bieten: Venezuela ist das Land des Kakaos, Rindfleisches, der Nationalparks, der Wasserfälle, Tafelberge und der Blütenpracht. Kolumbien bietet Strände, die Stadt Bogotá mit historischen Wahrzeichen, Medellín, die durch Kaffee, Zucker, Textilhandel und leider auch durch Drogen bekannte Stadt in den Bergen, und viele weitere Städte und Häfen. In Ecuador sollte sich der Reisende vor allem die Küste und die Andenstädte näher ansehen.

Teile von Peru sind bisher kaum erschlossen und von daher vielleicht ein lohnendes Ziel für Individual-Reisende. Bolivien bietet den bekannten Titicacasee. In Paraguay sind Touren zu den Iguazú-Wasserfällen und den Salto-Kristallfällen ein absolutes Muss. Argentinien punktet unter anderem mit ebenfalls mit Rindfleisch, wunderbaren Stränden und Feuerland. In Chile eröffnen sich dem Reisenden viele mögliche Touren zu den zahlreich vorhandenen Naturparks. Da ist sicherlich für jeden eine geeignete Route dabei. Uruguay hat außer der Hauptstadt Montevideo noch viele weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Brasilien ist dabei flächenmäßig der herausragendste Abschnitt. Es hat außer viel Fläche, noch andere Dinge zu bieten: Brasilia im Westen Brasiliens und in vergleichsweise geringer Entfernung zur Ostküste ist immer einen Besuch wert. Den besten Überblick erhält man dabei von weit oben auf den Aussichtstürmen oder aus dem Flugzeug. Rio de Janeiro, mit dem charakteristischen und als Wahrzeichen dienenden Zuckerhut, einem fast 400 Meter hohen Granitfelsen dessen Form seinen Namen bestimmte, ist immer eine Reise wert. São Paulo, die größte Stadt Brasiliens bietet multikulturelles Groß- und Industriestadt-Flair.

Südamerika – Paradies für historisch Interessierte

Historiker und Archäologen sollten unbedingt einmal einen Trip nach Südamerika einplanen. Vor allem die Inka sind für die Forschung sehr interessant. Die Inka waren keineswegs die früheste Hochkultur in Südamerika, aber wohl neben den Maya, die im Raum Mexiko/südliches Nordamerika beheimatet waren, die bekannteste. Bis zum Eintreffen der Europäer hatten die Inka, von denen man bis heute nicht wirklich weiß, woher sie ursprünglich kamen, über mehrere Jahrhunderte hinweg ein überaus gut organisiertes und funktionierendes Gefüge über große Teile des Kontinents ausgebreitet. Zentrum des Reiches war Peru. Einheitlich war dieses gut gegliederte Gefüge mit Landesteilen, Provinzen und Hauptstädten trotz einer Vielzahl von Beamten, die sich um die Verwaltung kümmerten, nicht. Dazu war das "Reich der vier Weltgegenden", laut Namensgebung der Inka, einfach zu groß und zu vielgesichtig. Die von den Inka eroberten und in das Reich integrierten Völker wurden außerdem keineswegs dazu gezwungen, ihre kulturelle Identität aufzugeben. Revolten setzen dem Reich der Inka schon vor der Ankunft der Europäer zu.

Als die ersten Spanier in Südamerika an Land gingen, brauchten sie die Pocken mit. Diese sorgen für viele Todesfälle, auch der damalige Herrscher der Inka starb ohne ausreichende Nachfolgeregelung. Das erleichterte den Spaniern die Übernahme des Reiches sehr. Die Inka waren Meister der Baukunst mit schweren Granitblöcken, die sie ohne Hilfsmittel, wie zum Beispiel Mörtel, kunstvoll aneinanderfügten. Bauwerke in verschiedenen Kultstätten der Inka sind bis heute in manchen Gegenden noch zu sehen, die zum Teil auch für die Beobachtung der Gestirne und als eine Art steinerner Kalender zur Einteilung der Zeit, symbolisiert durch verschiedene Elemente der Bauwerke, dienten. Sehenswert ist das allemal. Archäologisch Interessierte sollten z.B. Chankillo in Peru oder die Ruinenstadt Machu Picchu, die durch ihre bergige Lage der Eroberung durch die Spanier entging, bei ihrer Routenplanung berücksichtigen. So kann man Trekking, auch mit Pauschalangeboten, mit Kultur verbinden.

Die europäischen Entdecker

Christoph Kolumbus war der festen Überzeugung, Indien entdeckt zu haben als diesen Kontinent erreichte. Statt eines weiteren Seewegs nach Indien hatte er einen Kontinent mit reichhaltiger und langer Geschichte entdeckt, der in den Folgezeiten für die Europäer und vor allem für die Spanier sehr nützlich war. Nord- und Südamerika wurden in Anlehnung an Amerigo Vespucci benannt, der als Erster erkannte, dass es sich bei diesen Landmassen um eigenständige Kontinente handelte. Er kam ursprünglich aus Florenz, erforschte aber im Auftrag der Spanier die Weltmeere. Dass er seine großartige Erkenntnis erst bei seiner zweiten Reise in dieses Gebiet bekam, Kolumbus vor ihm dort war und Vespucci in manchen Kreisen als aufgeblasener Wichtigtuer galt, ist zwar historisch interessant, spielte bei der Namensgebung jedoch keine Rolle. Die mehr als ein Jahrhundert dauernde Conquista, wie der durchaus räuberisch zu nennende Feldzug zur Eroberung Mittel- und Südamerikas durch die Spanier, genannt wird, hat den Kontinent u.a. durch Sklavenhandel, Rohstoffabbau, Zerstörung von Kultstätten und Zerschlagung von Völkern für immer verändert. Nicht umsonst spricht man heute von Lateinamerika. Der spanische Einfluss ist immer noch dominierend.

Das Klima in Südamerika

Wer nach Südamerika reisen will, sollte keine Probleme mit heißem und feuchtem Klima haben.
Gemäßigtes Klima findet sich in den südlicheren Gebieten, verursacht vor allem durch den kühlenden Humboldtstrom. Die Gegend um Feuerland wird sogar von einem eher subpolaren Klima dominiert. Die Anden, die sich von Norden nach Süden ausdehnen, gelten sozusagen als Klimascheide. Im Westen der Anden, an der Küste, sind die Niederschlagswerte sehr hoch. Wer sich von den Anden aus in Richtung Osten bewegt, wird feststellen, dass sich das Klima vor allem in der Gegend des Amazonas zu absoluten tropischen Höhen und Äquatorialniveau empor schwingt. Die beste Reisezeit ist der Winter, der nicht so warm und auch nicht so regenreich ist.