Montag, 28. Juni 2010 um 09:52

Wir leben in Betonwüsten, kennen Milch nur noch aus dem Pappbeutel, und so wunderte es wenig, dass das Wissen um den Wald und unsere Natur bei Kindern immer stärker abnimmt: "Für viele geht die Sonne inzwischen im Norden auf, Hühner legen drei Eier am Tag, Kühe haben elf Zitzen, aus dem Hirsch ist ein Reh und aus dem Kitz ein Kid geworden", klagt die "Schutzgemeinschaft Deutscher Wald" (www.sdw.de) über das Halb- bzw. Nichtwissen der Jugend.
Das gibt es nun quasi Schwarz auf Weiß. Dazu hatte Dr. Rainer Brämer, Natursoziologe an der Universität Marburg, in sechs Bundesländern 3.000 junge Menschen befragt. Dazu sollten die Jugendlichen über 150 Fragen zum Naturverständnis beantworten. Das Ergebnis: Heute geht vielen Jugendlichen, das Kino lässt grüßen, "Tyrannosaurus rex" flüssiger über die Lippen als "Rehkitz". Das wird auch mal schnell zu einem Hirschling ...

(c) 2005 Rainer Zenz
Der Grund: Kinder und Jugendliche können heute kaum mehr eigene Erfahrungen sammeln. Eine mögliche Lösung könnten hier natürlich Wald- und Erlebniscamps während der Ferien (wie sie viele Gemeinden oder Verbände ja bereits anbieten) oder aber ein Urlaub mit der ganzen Familie auf dem Bauernhof sein!
"Denn abseits von Super-Mario ist der Wald nach wie vor ein Erlebnis und ein Abenteuerspielplatz für unsere Kinder, wie es sonst keinen zweiten gibt", erklärt Wolfgang von Geldern, Präsident des Waldschutzverbandes
Um der wachsenden Naturentfremdung entgegenzuwirken, haben die an der Studie beteiligten Organisationen zudem eigene Projekte aufgelegt: So lädt die deutsche Landwirtschaft mit Aktionen wie "Lernort Bauernhof" oder "Tag des offenen Hofes" dazu ein, das Landleben zu erkunden und einmmal einen realistischen Blick auf unsere Felder zu werfen. Bei den Waldjugendspielen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald können die Kids dagegen mit Geschick, Beobachtungsgabe und detektivischem Spürsinn ihre Aufgaben lösen. Und auch viele Förster und Jäger laden heute zu Erkundungstouren in Wald und Revier ein. Wir müssen nur hingehen und, zumindest in den Ferien, mal die Angebote, die uns via Broschüre und des Internet ins Haus flattern, wahrnehmen!
Aktualisiert: Dienstag, 17. August 2010 um 15:11
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