Freitag, 02. Juli 2010 um 10:12
Es gab eine Zeit, da waren Eiben in ganz Europa verbreitet. Der Baum lieferte ein beliebtes Mord- und Selbstmordgift und soll so manchem Fürsten und Kriegsherrn den Tod gebracht haben. Nicht umsonst ist die Pflanze bis heute gefürchtet.
Mit Ausnahme der roten Samenmäntel, ist die ganze Eibe tödlich giftig: Für uns Menschen gilt bereits eine Blattmasse von 50 bis 100 Gramm als tödliche Dosis, und sogar Holzstaub, der beim Bearbeiten des Holzes in der Luft schwebt, kann Übelkeit hervorrufen!
Auch Pferde brechen bald nach dem Fressen von Nadeln und Zweigen zusammen. Manchmal soll der Tod bereits nach 5 Minuten (!) eingetreten sein. Eine Wirksamkeit, die in früheren Tagen nicht nur für heimtückische Giftmorde, sondern auch im Kriegshandwerk genutzt hatte. So sollen die Kelten ihre Pfeilspitzen mit Eibensaft vergiftet und damit noch gefährlicher gemacht haben.

(c) 2010 Manfred Kunz / GNU
Doch auch sonst war der Baum lange Zeit fürs Kriegsführen fast unentbehrlich: Sein Holz diente dem Bau von Bögen und Pfeilen. Unter anderem entdeckten Forscher einen Eibenspeer, der über 250.000 Jahren alt ist. Auch Ötzi, der legendäre Mann aus dem Eis (der wohl selbst an einem Pfeilschuss starb), war mit einen Eibenbogen, der High-Tech-Waffe seiner Zeit, ausgerüstet. Darüber vergessen dann viele, dass Eiben auch ganz "friedlich" - zum Hüttenbau und zum Schnitzen von Gerätschaften -, genutzt wurden ...
Tatsächlich wurden Eiben derart stark genutzt, dass wir heute kaum noch natürliche Eibenwälder vorfinden. Neben einzelnen, oftmals auch (aus Gärten) verwilderten Bäumen, finden wir in Deutschland einen dichten Eibenwald am Hainberg (eine genaue Beschreibung liefert das Internet-Lexikon Wikipedia) in Niedersachsen. Auch in England gibt es nach wie vor größere Eibenvorkommen. Zudem finden sich auf den Friedhöfen der Normandie etliche gigantische Eiben, die so alt und mächtig sind, dass in ihre Stämme sogar Gedenkstätten und kleine Kapellen eingebaut wurden.
Aktualisiert: Dienstag, 17. August 2010 um 15:05
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