Freitag, 25. Juni 2010 um 08:24
„Keine zieht sich so sexy an wie Lotte!“ Das war seinerzeit ein geflügelter Begriff, wenn sich Hans und Lotte Hass die Tauchausrüstung für ihren „Vorstoß in die Tiefe“ (so hieß auch ein von Esso herausgegebenes Buch des Unterwasserpioniers) umschnallten.
Und in der Tat darf man wohl annehmen, dass etliche männliche Zuschauer allein wegen Lotte Hass ins Kino strömten. Denn es war durchaus eine Mischung aus atemberaubender Natur und schönen, sportlich trainierten Körpern, die da gezeigt wurde. Wobei vor allem die Taucherinnen eine attraktive Zugabe zur eigentlichen Dokumentation darstellten ...
Dabei war Hans Hass, 1919 in Wien geboren, Sohn eines Rechtsanwaltes. Die Mutter stammte aus einer Fabrikantenfamilie. Schwer vorherzusehen also, dass der Filius einmal mit seiner Unterwasserforschung und Dokumentationen über Haie und andere Riffbewohner berühmt werden sollte!

(c) Stephan Borchert @Wikipedia / GNU4
Prägend war wohl (s)eine Reise an die französische Riviera. Später folgten Expeditionen ans Rote Meer, in die Karibik und zu anderen Traumziele des Tauchsports. Finanziert auch und gerade durch Fachartikel, Fotos und Unterwasserfilme. Dabei waren Lotte und Hans Hass, neben Cousteau, Pioniere des freien Tauchens als Froschmann. Kein Vergleich zu den alten Methoden, bei denen die Taucher durch Kabel mit dem Schiff „verknüpft“ waren.
Wobei Hass, der während seiner aktiven Unterwasserzeit auch selbst in brenzlige Situationen geriet, stets vor der größten Gefahr des Tauchsports, der menschlichen Unzulänglichkeit, mangelnder Vorsicht und Unachtsamkeit, gewarnt hat: „Eine der schönsten menschlichen Eigenschaften wird hier sehr leicht zum Verhängnis: die Begeisterung!“ Vielleicht denken wir daran, wenn wir jetzt im Sommer zu unserem Tauchurlaub aufbrechen.
Aktualisiert: Dienstag, 22. Juni 2010 um 08:30
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