Südeuropa kann sich über einen Mangel an Touristen wahrlich nicht beklagen. Dennoch gibt es noch viele Gegenden, die nicht allzu überlaufen sind. Auf Mallorca zum Beispiel sollte man den Ballermann als Reisender auf der Suche nach Einsamkeit eher meiden und sich an die verschiedenen Nationalparks halten. In Spanien kann man zum Beispiel im Osten des Landes, Katalonien genannt, in der Gegend um den Naturpark Montseny, von dem aus die Küste in greifbarer Nähe ist, wandern. Vor allem mehrtägige Touren sind hier sehr schön und nicht nur landschaftlich sehr lohnend. Von Nachteil ist allerdings, dass man fast die gesamte Verpflegung den ganzen Weg über mitschleppen muss, da es sehr wenig Gelegenheiten zum Auffüllen der Vorräte gibt. Kataloniens Hauptstadt Barcelona und Madrid sollten auch einmal besucht werden. Besuchern von Italien, Portugal und Griechenland bieten sich viele Sehenswürdigkeiten, aber es gibt dort natürlich auch viele weitere Touristen. Wer sich an die kleinen Orte hält, kann sicherlich noch viel unberührte Natur finden.
Nicht unerwähnt bleiben darf natürlich der Jakobsweg, der bereits seit dem 11. Jahrhundert begangen wird und der christlichen Pilgerfahrt als Hauptziel nach Jerusalem und Rom gilt. Eigentlich führt er durch ganz Europa, vor allem aber durch Spanien. Zielort ist Santiago de Compostela, wo auch das Grab des Heiligen Jakobus liegt. Eigentlich sollte man auf dieser Strecke wunderbar zu sich selbst finden können, seit Neuestem ist der Jakobsweg allerdings sehr viel belebter als noch vor einigen Jahren, was auch am Buch-Bestseller von Hape Kerkeling liegen soll. Die Landschaft am Jakobsweg ist jedenfalls sehenswert, historisch Interessierte werden zufrieden sein und die Bevölkerung hat sich an die vielen Pilger schon lange gewöhnt. Nach der erfolgreichen Pilgerfahrt kann man dann stolz sein Pilgerabzeichen in Form der Jakobsmuschel oder die Pilgerurkunde zuhause vorzeigen.