Antarktis Expeditionen

Menschliche Bewohner der Antarktis und ihre Absichten

Pro Jahr kommen mehr als 15.000 Menschen zur Antarktis, die meisten aus wissenschaftlichen oder technischen Gründen. Nur wenige davon bleiben auch während des Winters. Dauerhaft bewohnt wird die Antarktis also lediglich von einigen wenigen Wissenschaftlern. Die Forschungsstationen sind bis auf wenige Ausnahmen auf der King George Insel an der Antarktischen Halbinsel, also in Küstennähe, anzutreffen. Die restlichen Stationen liegen weit verteilt. In Sachen Erforschung der Antarktis gab es eine Schwerpunktverlagerung. Nachdem der Kontinent vollständig erfasst wurde, ist nun das Ziel eher die Erforschung der Antarktis im globalen Zusammenhang. Die spezifischen Phänomene der Antarktis stehen natürlich weiterhin im Fokus. Hier wird zum Beispiel die Klimageschichte des Planeten erforscht sowie die Zusammensetzung der Atmosphäre in der Vergangenheit, der Gegenwart und eventuell auch Hypothesen über künftige Entwicklungen.

Tourismus in der Antarktis - Schiffsreisen mit Abenteuerfaktor

Ein billiges Vergnügen ist die Reise zum Südpol definitiv nicht. Tourismus-Saison ist von November bis März, während des antarktischen Sommers. Die ersten Kreuzfahrtschiffe, die gen Süden fuhren und Abenteuer-Suchende mitnahmen, hatten noch Särge mit an Bord für Passagiere, die im Eis möglicherweise ihr Leben lassen würden. Die Antarktis ist eben kein harmloses Urlaubsparadies mit umfassend ausgetrampelten Wanderwegen. Auch heute noch ist die Fahrt nicht ohne Risiko, denn in dieser eher einsamen Gegend sind Rettungstrupps ein selten beobachtetes Phänomen. Der Begriff Kreuzfahrtsschiff ist eigentlich irreführend, denn es handelt sich mehr um Expeditionen, denn um harmlose Touren. Die Schiffe sind den Wetterbedingungen unterworfen. Das Eis zeigt sich manchmal von seiner herausfordernden Seite und da braucht es schon erfahrene Kapitäne und modernste Technik, um damit klarzukommen.

Die Reise per Schiff ermöglicht sozusagen den Überblick. Gelegentliche Landaufenthalte sorgen dafür, dass der Besucher die behagliche Luxuswelt des Schiffes verlässt und sich dem Eis des Südpoles stellt, natürlich unter erfahrener Aufsicht. Manchmal ergeben sich wunderbare Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Sichtung und Begleitung von Wal-Familien, an anderen Tagen kann es aber unmöglich sein, an Land zu gelangen oder die Fahrt fortzusetzen.

Verhalten in der Antarktis

Anlaufstellen für die Besucher sind einige wenige Orte in Küstennähe. In den dort befindlichen eisfreien Zonen ist der Lebensraum von Tieren und Pflanzen, die durch die Touristen mehr und mehr gestört werden. Dazu kommt, dass die antarktischen Bedingungen die Erholung der Tiere und Pflanzen von eventuellen durch Tourismus ausgelösten Schäden verlangsamen. Touristen müssen sich daher an fixe Verhaltensregeln halten: Zu den Tieren und deren Revier muss unbedingt ein Sicherheitsabstand eingehalten werden, um diese nicht zu stören bzw. um zum Beispiel Seelöwen nicht zu einem Angriff zu provozieren. Füttern ist verboten. Abfall jeder Art muss wieder mit an Bord des Schiffes genommen werden, ansonsten darf der Besucher keinerlei Andenken außer Fotos mitnehmen. Das Anlandgehen ist übrigens grundsätzlich mit dem Risiko verbunden, durch Spritzwasser oder Wellen nass zu werden. Gummistiefel, Schwimmwesten und wasserdichte Kleidung sind daher ein Muss. Die großen Schiffe können nicht ganz nah an die Landestellen heranfahren, weshalb die Passagiere auf Schlauchboote, sog. Zodiacs, umsteigen müssen.

Weitere Hinweise

Neben den Kreuzfahrtschiffen sind auch Segeljachten eine Möglichkeit, ans gewünschte Ziel zu kommen. Diese Trips starten oft in Südamerika und durchqueren stürmische Gewässer. Reisenden wird hier also eine Menge abverlangt. Flugreisen, deren Ziel eine Forschungsstation sind, sind wenig empfehlenswert, denn aus der Luft sieht man recht wenig und bekommt überhaupt nicht mit, wie entlegen dieser Kontinent ist und dennoch wunderschön. Beliebte Schiffsrouten sind außer dem Weg von Südamerika nach Antarktika auch die Reise von Australien oder Neuseeland aus. Wer die Antarktis komplett umfahren möchte, sollte sich auf mindestens sechs Wochen Reisedauer und erhebliche Kosten einstellen.